Hat von euch jemand Erfahrung mit Ceratec oder anderen Keramik-Additiven für Motor- und Getriebeöl? Hab da so einiges gelesen, klingt ja spannend und interessant. Vielleicht würde damit ja das Problem beim Leerlaufeinlegen im Stand, das ich immer noch habe, besser und der Abrieb im Motor positiv beeinflusst. Bitte um eure Meinung dazu. LG an alle Freunde Christian
Ich bin diesen Sachen immer sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Die gängigen Versprechen sind: Verlängert den Ölintervall auf 100.000Km, Null Verschleiß, weniger Benzinverbrauch, und was weiß ich was da alles versprochen wird.
Fange ich mal Vorne an. Verlängerter Ölintervall .... kann ja nicht sein. Denn das Öl enthält Additive gegen Korrison, Schaumbildung, Alterung und was weiß ich alles. Diese Additive verbrauchen sich beim Betrieb. Außerdem nimmt das Öl und der Filter Schwebstoffe auf. Irgendwann sind die Additive abgenutzt und das Öl mit Schwebstoffen gesättigt. Da kann es nichts geben was dem entgegenwirkt. Das ist wie mit dem heiligem Gral. Angeblich soll es ihn geben, aber es hat sich niemand gefunden der nachweislich 200 Jahre alt wurde.
Null, oder weniger Verscheiß ..... da gibt es zwei Möglichkeiten. 1. Wenn es so etwas gäbe würde es von den ganzen großen zurückgehalten, da man nichts verkaufen kann wenn nichts mehr kaputt geht ODER 2. Alle Ölhersteller würden es ohnehin in ausreichendem Maß ihrem Öl beifügen.
Weniger Verbrauch .... der wäre wohl so verschwindend gering, das die Kosten des Additives das Ersparnis kosten würde. Da ist es ratsamer einmal weniger ein Auto zu überholen ... dann ist die Ersparnis auch gegeben ..... oder man fährt am besten gar nicht erst los.
Ein weiteres Risiko sehe ich darin, daß unser Motoröl auch gleichzeitig Getriebeöl ist und die Kupplung darin läuft. Würde mich also nicht wundern wenn hinterher die Kupplung rutscht ... denn das Additiv weiß nicht das es dort nicht wirken soll.
Ich habe zwar keine gesichert Erkenntnis darüber das dieses Wundermittel nicht hilft ... aber der gesunde Menschenverstand sagt mir das es Beutelschneiderei ist. Aber der Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen.
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Da ich mich mit technischen Dingen wenig bis gar nicht auskenne, kann ich nur das nachplappern, was ich so gelesen habe. Da ich ja auch nicht alles glaube. was ich irgendwo lese, ist mir eure Meinung wichtig. Beschrieben wird das so, dass durch diese Nano-Keramikteilchen kleine bis kleinste Abriebspuren praktisch zugemacht und ausgeglichen werden und ein dünner Keramikfilm sich bildet, dadurch die Reibung verringert wird und so ein runderer Motorlauf, weniger Reibungsverlust die Folge ist. Der angeblich minimal verringerte Spritverbrauch ist dann auch darauf zurückzuführen. Nicht verwendet werden darf es bei Motorteilen, die einen Mindestreibewert brauchen (Nasskupplung, Automatikgetriebe). Halten soll das Ganze bis zu 50 000 Km, Öl- und Filterwechsel trotzdem in Abständen wie bisher.
Als ich meine wegen des Übersprungschutzes bei Bögel hatte, konnte ich mir einige Bilder von verkoksten Köpfen ansehen. Dort zeigten sich im Bereich der Ventile so starke Ablagerungen, dass diese zum Teil nicht mehr richtig geschlossen haben. Er empfiehlt daher regelmäßig einen Brennraumreiniger. Halte ich persönlich auch für sinnvoller als Keramikzusätze.
Können diese Ablagerungen sich auf den Leerlauf auswirken wenn Ventile nicht mehr richtig schließen.
Hallo zusammen. Ich war auch gerade bei Bögel. Hab mein Motor dort Angeliefert und den Umbau auf Stage 2 machen lassen. Das mit den Verkoksen der Brennräume kann Ich nur bestätigen. Bei mir fehlte deswegen bei Zylinder vier 2 bar Kompression. Selbst nach den Ventile einstellen war hier bei Pott 4 ca auch nur 7.5 bar alle anderen hatten 9,5-10 bar. Die Fa.Bögel empfiehlt hier auch Ventilschutz mit in den Tank zu geben denn dann wird das wieder. Zu dem hing die alte Dichtung bei den betroffenen Zylinder quer im Kanal vom von Ventildeckelflansch zum Ansaugschacht. Da sollte man auch drauf achten wenn die Ansaugbrücke runter ist. Bei mir wurde jetzt die Ventildeckeldichtung Großzügig mit Dichtmasse verklebt. Hier auch ein Tipp bei den Dichtungswechsel. Die Dichtung vorher einmal auflegen und nach Bedarf nachschneiden denn die Dichtungen sind nicht Passgenau. Empfehlenswert ist es auch vorher passende Dorne in den Ansaugkanal zu platzieren damit hier ein Saubere Übergang von Ventildeckel zum Ansaugschacht bleibt. Ich musste leider bei mir die Ganzen Dichtungsüberstände inklusive Masse entfernen. Ich hab das mit ein Turboschleifer entfernt und hatte das Glück das Ich mein Motor auf den Kopf stellen konnte weil Ich ihn noch in ein Gestell platziert hatte. Noch zur Info 13500 km auf der Uhr und 12 Ventile waren zu Stramm.
Ich denke Ultimate 102 von Aral und noch ein Ventilzusatz wäre nicht verkehrt
das mit dem Verkoken der Brennräume und Ventile ist sicher darauf zurück zu führen das die Mopeds mit dem alten Mapping VIEL zu Fett liefen. Die Verbräuche waren ja auch jenseits von Gut und Böse. Mit dem neuen Mapping laufen die Motoren viel optimaler und sparsamer so das sich keine zusätzlichen Ablagerungen mehr bilden sollten. Bei Motoren die eine höhere Laufleistung haben könnte das aber schon ein Problem sein.
Früher haben wir in die Vergaser Bremsflüssigkeit gekippt und die Motoren laufen gelassen. Qualmt wie Sau aber danach ist alles sauber. Es gibt aber auch Produkte aus dem Zubehör die die Ablagerungen abfackeln sollen...
In den Kraftstoff kann man sicherlich nahezu jedes Additiv beimengen ... nur nicht in das Öl.
Benzinstabilisator, Vergaser / Einspritzanlagenreiniger, Ventilverkokungslöser ... alles kein Problem ... ob es wirklich hilft ist was anderes ... aber es schadet wenigstens nicht. Nur Sachen die ins Öl kommen ... mindern den Reibwert der Kupplung.
Beispiel: Bild entfernt (keine Rechte)
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Es gab einen gut dokumentierten Versuch in der Motorpresse an drei leistungsstarken Mopeds. Die Prüfingenieure waren sehr überrascht über die Wirkung dieses Keramikzusatzes. Ich hab den leider nicht mehr zur Hand.
Schon die Aussage des Redakteurs .... "Spürbar mehr Leistung beim beschleunigen" ... so ein Quatsch ... als ob jemand bei einer 100Ps Maschine merkt das sie 3PS mehr hat.
Und wenn du eine Maschine auf dem Leistungsprüfstand hast schwankt der Wert immer. Mal abgesehen von der normalen Meßstreuung, da brauchst du nur den Ratschengurt etwas fester ziehen ODER der Reifen ist jetzt wärmer bzw. trocken ODER du stellst den Lüfter höher ... schon steigerst du den Wert.
Solange die Messung niemand meines vertrauens macht, gebe ich da nix drauf.
Mir ist schon etwas komisch bei dem Gedanken, das ich hier in einer Rakete sitze, welches aus den Zuschlägen an den billigsten Anbieter entstanden ist. Zitat von Neil Armstrong (Erster Mensch auf dem Mond)
Ich glaube auch, dass man die Leistungsmessung nicht überbewerten darf,da der "Leistungzuwachs" in einer Größenordnung liegt der ohne weiteres im Toleranzbereich des Prüfstands liegen kann. Aussagekräftiger wären Vergleiche vom Kompressionsdruck, vor und nach der Behandlung. Besser noch Rauheitsmessungen der Oberflächen, z.B.der Zylinderbohrungen, Nockenwellen etc. Wenig gesagt wird auch über die Standzeit bzw. Lebensdauer der Maßnahme. Nicht zu verstehen ist warum man Motoräder mit solch geringen Laufleistungen nimmt und angeblich solch eklatante Verbesserungen erzielen kann. Mir wäre ein Motorrad mit 80000 Km auf der Uhr wesentlich lieber als Referenzobjekt gewesen, denn ein moderner Motor hat bei diesen Laufleistungen wie im Test, garantiert noch keinen messbaren Verschleiß.
Also warten wir mal ab wie sich das Mittel im Laufe der Zeit durchsetzt. In meine Horex werde ich das nicht reinkippen.
Gruß Dietmar
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. (Kurt Tucholsky)